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<title>Pergament</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Pergament</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Pergament</b> ist eine nicht <a href="Gerbung" class="mw-redirect" title="Gerbung">gegerbte</a>, nur leicht bearbeitete <a href="Tierhaut" class="mw-redirect" title="Tierhaut">Tierhaut</a>, die seit dem Altertum unter anderem als <a href="Beschreibstoff" title="Beschreibstoff">Beschreibstoff</a> verwendet wird. Pergament ist damit ein Vorläufer des <a href="Papier" title="Papier">Papiers</a> und wird meist aus Häuten von <a href="Hausrind" title="Hausrind">Kälbern</a>, <a href="Hausziege" title="Hausziege">Ziegen</a> oder <a href="Schafe" title="Schafe">Schafen</a> hergestellt. Hierbei erfahren die geweichten und enthaarten Tierhäute (auch als „Blöße“ bezeichnet) aufgespannt eine Lufttrocknung. Hierin unterscheidet sich diese Form der Behandlung von Tierhaut vom <a href="Gerben" title="Gerben">Gerben</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a class="mw-selflink-fragment" href="#Pergamentpapier">Pergamentpapier</a> ist Papier aus <a href="Zellstoff" title="Zellstoff">Zellstoff</a> und daher nicht mit Pergament aus Tierhäuten zu verwechseln. Es wird aber oft fälschlich als <i>Pergament</i> bezeichnet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herstellung_und_Eigenschaften">Herstellung und Eigenschaften</h2></div>



<p>In den <a href="Hochkultur_(Geschichtswissenschaft)" title="Hochkultur (Geschichtswissenschaft)">Hochkulturen</a> des <a href="Alter_Orient" title="Alter Orient">Alten Orients</a> und des Mittelmeerraumes wurde seit alters her <a href="Leder" title="Leder">Leder</a> als Beschreibstoff verwendet. Wie Leder wird auch Pergament aus Tierhäuten hergestellt. Auf Pergament vom Kalb sind die Haaransätze als feine Punkte sichtbar. Pergament von der <a href="Ziegen" title="Ziegen">Ziege</a> weist regelmäßige, etwas gereihte Punkte auf. Pergament vom <a href="Schafe" title="Schafe">Schaf</a> ist honigfarben, papierartig, ohne deutliche Haaransätze. Die feinste Qualität wurde aus Häuten neugeborener oder ungeborener Ziegen und Lämmer hergestellt. Die Vorzüge des Pergaments gegenüber dem <a href="Papyrus" title="Papyrus">Papyrus</a> bestanden in seiner glatteren Oberfläche, in seiner Festigkeit und Dauerhaftigkeit sowie auch in seiner überwiegend hellen Farbe. Die gute Tilgbarkeit der Beschriftung erleichtert zudem die Wiederverwendung bereits beschriebenen Pergaments. In diesem Fall spricht man von einem <a href="Palimpsest" title="Palimpsest">Palimpsest</a> (griech. <i>palimpsestos</i> „wieder abgekratzt“) oder einem <i>codex rescriptus</i> (lat. „wiederbeschriebener <a href="Kodex" title="Kodex">Kodex</a>“).
</p><p>Im <a href="Fr%C3%BChmittelalter" title="Frühmittelalter">frühen Mittelalter</a> erfolgte der Herstellungsprozess in folgender Weise: Zuerst wurden die abgezogenen Häute in eine Lösung aus Wasser und <a href="Calciumhydroxid" title="Calciumhydroxid">gelöschtem Kalk</a> (<a href="Sumpfkalk" title="Sumpfkalk">Sumpfkalk</a>) gelegt. Dieses Bad bewirkte, dass die Fleischreste und das Fell sich so weit lösten, dass man sie mit einem stumpfen Messer abschaben konnte. Hierfür wurde ein Schabebaum benutzt.<sup id="cite_ref-Schäffel_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schäffel-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die so behandelte Tierhaut nannte man <a href="Bl%C3%B6%C3%9Fe_(Gerben)" title="Blöße (Gerben)">Blöße</a>. Man spannte sie in einen runden oder eckigen Rahmen und ließ sie trocknen. Damit man die Häute an den Spannschnüren festmachen konnte, legte man Steinchen an ihren Rand und umschlang sie mit einer Schlaufe der Spannschnur. Zum Spannen konnten die Schnüre auf <a href="Wirbel_(Musikinstrumentenbau)" title="Wirbel (Musikinstrumentenbau)">Wirbel</a> aufgedreht werden. Die weiße Färbung des Pergaments entstand durch die Trocknung unter Spannung; andernfalls wäre es durchsichtig geworden. Während der Trocknungszeit wurde das Pergament unterschiedlich behandelt. Möglich war das Schleifen mit <a href="Bims" title="Bims">Bimssteinen</a>, das Einreiben mit Kreide und Harz und das Schaben mit dem Lunellum, einem mondförmigen Messer. Nach Abschluss des Trocknungsprozesses wurde das Pergament auf <a href="Papier" title="Papier">Bogengröße</a> geschnitten.<sup id="cite_ref-Schäffel_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-Schäffel-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Qualität des Pergaments und die Sorgfalt bei der Herstellung waren im Mittelalter ein Maßstab für das Niveau eines <a href="Skriptorium" title="Skriptorium">Skriptoriums</a>. Das Können der Schreiber und der Maler zeigte sich im Umgang mit dem äußerst feuchtigkeitsempfindlichen Beschreibstoff. Dafür haben sich Empfehlungen überliefert, beispielsweise in der anonymen Handschrift <i>Compendium artis picturae</i> des 12. Jahrhunderts.
</p><p>Der Richtwert für die Aufbewahrung von Pergament ist eine konstante <a href="Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">Luftfeuchtigkeit</a> von nicht unter 40&nbsp;% bei Temperaturen um 20&nbsp;°C.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Pergament_als_Beschreibstoff">Pergament als Beschreibstoff</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Antike">Antike</h3></div>
<p>Die Bezeichnung Pergament (griech. <span lang="grc-Grek" class="Grek">περγαμηνή</span> <i>pergamēnḗ</i>) leitet sich von dem Ortsnamen <a href="Pergamon" title="Pergamon">Pergamon</a> ab, einem Ort an der Westküste der Türkei (heute <i>Bergama</i>). Lateinisch <i>membrana pergamena</i> bedeutet „pergamenische Haut“. Laut einer Notiz des <a href="Plinius_der_%C3%84ltere" title="Plinius der Ältere">älteren Plinius</a> hat der in <a href="%C3%84gypten" title="Ägypten">Ägypten</a> herrschende König Ptolemaios (offenbar <a href="Ptolemaios_V." title="Ptolemaios V.">Ptolemaios&nbsp;V.</a>, 210–180 v.&nbsp;Chr.) den Papyrusexport nach Pergamon verboten, wo König <a href="Eumenes_II." title="Eumenes II.">Eumenes&nbsp;II.</a> (197–159 v.&nbsp;Chr.) eine mit dem ägyptischen <a href="Bibliothek_von_Alexandria" title="Bibliothek von Alexandria">Alexandria</a> konkurrierende Bibliothek betrieb; gewissermaßen aus Not hätten daraufhin die Pergamener das Pergament erfunden. Die Geschichte gilt heute weithin als legendär. Nach heutiger Ansicht geht die Namensgebung vermutlich darauf zurück, dass der Beschreibstoff in Pergamon qualitativ verbessert wurde.
</p><p>Die ältesten datierbaren Dokumente griechischer Sprache auf Pergament stammen aus dem 2.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. Im 1.&nbsp;Jahrhundert n.&nbsp;Chr. ist Pergament als Träger literarischer Werke indirekt bezeugt. Datierbare Originale reichen bis in das 2.&nbsp;Jahrhundert n.&nbsp;Chr. zurück. Doch seit dem 3.&nbsp;und 4.&nbsp;Jahrhundert stockte die Versorgung mit ägyptischem Papyrus tatsächlich. Wegen der langen Produktionszeit und hohen Kosten des Pergaments ging auch die Produktion von Schriftrollen bzw. Büchern zurück.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spätantike_und_Mittelalter"><span id="Sp.C3.A4tantike_und_Mittelalter"></span>Spätantike und Mittelalter</h3></div>
<p>Im 4. Jahrhundert (<a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a>) begann man, Papyrus-<a href="Schriftrolle" title="Schriftrolle">Schriftrollen</a> in <a href="Kodex" title="Kodex">Kodizes</a> auf Pergament umzuschreiben, denen in Buchform die Zukunft gehören sollte. Die großen Meisterwerke der <a href="Sp%C3%A4tantike_Buchmalerei" title="Spätantike Buchmalerei">spätantiken Buchmalerei</a>, wie der <a href="Wiener_Dioskurides" title="Wiener Dioskurides">Wiener Dioskurides</a> oder der <a href="Vergilius_Vaticanus" title="Vergilius Vaticanus">Vergilius Vaticanus</a>, sind Kodizes aus Pergament. Allerdings waren Schriften auf Pergament wegen der Kosten des Rohstoffs für die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr bezahlbar. Das Schreiben wurde zu einem Privileg der Mönche, die es als künstlerisches Handwerk kultivierten. Im Allgemeinen wurden für Urkunden im frühen Mittelalter bevorzugt die schmalen Randstücke der Pergamentbögen verwendet, das Schreibmaterial in besserer Qualität wurde dagegen für Bücher gefaltet und liniert.<sup id="cite_ref-:0_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die lange Zeit für das kunstvolle Schreiben und Illustrieren der Werke bewirkte, dass die Buchproduktion enorm sank.
</p><p>Weitere Zeugnisse des spätantiken Bücherluxus sind die sogenannten <a href="Purpurhandschrift" title="Purpurhandschrift">Purpurhandschriften</a>, deren Pergamentseiten mit <a href="Purpur_(Farbstoff)" title="Purpur (Farbstoff)">Purpur</a> eingefärbt und mit Silber- oder <a href="Goldtinte" title="Goldtinte">Goldtinte</a> beschrieben sind, wie z.&nbsp;B. die ebenfalls illuminierte <a href="Wiener_Genesis" title="Wiener Genesis">Wiener Genesis</a>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als ein besonders kostbares Dokument auf sogenanntem <i>Purpurpergament</i> gilt die <a href="Heiratsurkunde_der_Kaiserin_Theophanu" title="Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu">Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu</a> aus dem 10.&nbsp;Jahrhundert, deren Färbung durch <a href="Blei(II%2CIV)-oxid" title="Blei(II,IV)-oxid">Mennige</a> und <a href="F%C3%A4rberkrapp" title="Färberkrapp">Färberkrapp</a> erreicht wurde.
</p><p>Gegen Ende des <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalters</a> wurde das Pergament zunehmend vom <a href="Papier" title="Papier">Papier</a> verdrängt. Zum einen wurde Papier in der Herstellung deutlich billiger, zum anderen benötigte der sich immer weiter verbreitende <a href="Buchdruck" title="Buchdruck">Buchdruck</a> Papier, weil es die <a href="Farbe" title="Farbe">Farbe</a> besser aufsaugt. Im Zuge des Aufstiegs der Buchdruckerkunst wurden die auf Pergament geschriebenen mittelalterlichen Handschriften auch zur <a href="Pergamentmakulatur" title="Pergamentmakulatur">Makulatur</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Verwendungen">Weitere Verwendungen</h2></div>
<p>Neben der Verwendung als Beschreibstoff wurde und wird Pergament oder <a href="Pergamentmakulatur" title="Pergamentmakulatur">Pergamentmakulatur</a> als <a href="Bezugsmaterial_(Bucheinband)" title="Bezugsmaterial (Bucheinband)">Bezugsmaterial</a> von <a href="Bucheinband" class="mw-redirect" title="Bucheinband">Bucheinbänden</a> bzw. zur Verstärkung oder zur Buchreparatur verwendet. <a href="Dag-Ernst_Petersen" title="Dag-Ernst Petersen">Dag-Ernst Petersen</a> betonte, dass sich Einbandpergament völlig von Schreibpergament unterscheidet und verwies auf die entsprechende Fachliteratur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu nennen ist <i>Johann Gottfried Zeidlers Buchbinder-Philosophie Oder Einleitung In die Buchbinder Kunst</i>, in der sich folgende Erläuterung findet: „Pergamentbände sind die künstlichsten / und gerathen nicht einem Meister wie dem andern. Das Pergament ist zweyerley; reines und beschriebenes. Das reine ist auch unterschiedlich; denn etliches wird auff der lincken seite / wo das Fell am Fleisch gesessen / mit Kalck oder Gipß bestrichen / etliches aber nicht. Was gut Kälberpergament ist / brauchet keinen Gipß / ohne daß es weisser scheinet / weil es durchsichtig ist / wenn es einen weissen Boden hat; Das Schäffene Pergament aber / weil es an sich selbst sehr dünne / wird auff der lincken Seiten starck angestrichen / daß es davon stärcker und dicker werden soll. Etliches Pergament ist als wenn es gefirnist wäre / und schmutzet nicht / sondern man kan alles davon wieder abwischen / etliches aber frisset alles in sich; Etliches lässet sich mit dem Messer schaben / und dieses ist mit von dem besten.“<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Goldgeprägter Pergamenteinband</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Gefärbter, goldgeprägter Pergamenteinband</div>
</li>
</ul>
<p>Da Pergament lichtdurchlässig ist, wurden auch <a href="Lampe" title="Lampe">Lampen</a> und <a href="Fenster" title="Fenster">Fenster</a> mit Pergament verkleidet.
</p><p>Pergament diente daneben auch zur Verstärkung von Holzoberflächen. So wurden seit der Antike <a href="Schild_(Waffe)" class="mw-redirect" title="Schild (Waffe)">Holzschilde</a> entweder mit Leder oder mit dickem Pergament beklebt, um das Spalten des Holzes bei Hieben zu verhindern.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Holzprothesenbau diente Pergament bis in die Gegenwart dazu, die hohlen Holzschäfte von Arm- und Beinprothesen zu verfestigen. Das spröde Pappelholz wäre ohne den aufgeschrumpften Pergamentüberzug auf Dauer gerissen.
</p><p>Sonstiges:
</p>
<ul><li>Bespannung von <a href="Schlaginstrument" title="Schlaginstrument">Schlaginstrumenten</a></li>
<li>Schmuckelement, z. B. bei <a href="Cembalo" title="Cembalo">Cembali</a><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Pergamentpapier">Pergamentpapier</h2></div>
<p>Sogenanntes <i>Echtpergament</i> ist ein mit Hilfe von Chemikalien dauerhaft fettdicht und nassfest gemachtes <a href="Papier" title="Papier">Zellstoffpapier</a>. Seine Erfindung fand in der Mitte des 19. Jahrhunderts in verschiedenen europäischen Ländern gleichzeitig statt:
</p>
<ul><li>Der aus Frankreich stammende Louis Plaidy und später auch sein Sohn Heinrich stellten in <a href="Wermsdorf" title="Wermsdorf">Wermsdorf</a> bereits ab 1810 ein mit Graphit-Quarzschiefer und Natriumsilikatlösung gefertigtes <i>Steinpergament</i> her. Die Plaidys behielten ihre Herstellungstechnik jedoch für sich, so dass das Verfahren keine industrielle Anwendung fand.</li>
<li>Die Franzosen Jean-André Poumarède und Louis Figuer veröffentlichten 1847 ein Verfahren zur Herstellung von <i>Papyrin</i> mit Schwefelsäure, dem der Wiener Papierforscher Bartsch etwa 20 Jahre später zur Fabrikationsreife verhalf.</li>
<li>Ein nahezu gleiches Verfahren wurde 1853 auch durch den englischen Chemiker E. Gaine beschrieben. Industriell konnte Pergamentpapier dann erstmals 1861 in <a href="England" title="England">England</a> hergestellt werden.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Pergamentpapier entsteht in mehreren getrennten Arbeitsgängen. In einem ersten Schritt werden die Zellstofffasern stark zermahlen, um Fettdichtheit zu erzeugen. Nachdem der Zellstoff im zweiten Schritt zu Papier verarbeitet wurde, folgt der für die Pergamentierung relevante Schritt der Behandlung mit Schwefelsäure. Hierbei werden die Papierfasern an der Oberfläche des Papieres angelöst, so dass sich diese dauerhaft zu einer geschlossenen Oberfläche verbinden. Dadurch wird eine hundertprozentige Fettdichtheit erreicht. Anschließend wird die überschüssige Säure in mehreren Wasserbädern ausgewaschen. Im letzten Prozessschritt wird das Papier getrocknet. Pergamentpapier ist im Gegensatz zum <i><a href="Butterbrotpapier" title="Butterbrotpapier">Pergamentersatzpapier</a></i> (ohne Schwefelsäurebehandlung) hochnassfest und nicht kompostierbar. Es sollte nicht als <a href="Altpapier" title="Altpapier">Altpapier</a>, sondern als <a href="Restm%C3%BCll" title="Restmüll">Restmüll</a> entsorgt werden.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das heutige <a href="Transparentpapier" title="Transparentpapier">Transparentpapier</a> als Träger für von Hand angefertigte <a href="Technische_Zeichnung" title="Technische Zeichnung">technische Zeichnungen</a> wird ebenfalls als <i>Pergamentpapier</i> oder kurz als <i>Pergament</i> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Spezielle_Arten">Spezielle Arten</h2></div>
<ul><li><a href="Vellum" title="Vellum">Vellum</a> – sehr feines, hochwertiges Pergament aus der Haut von Kälbern und Kälber<a href="F%C3%B6tus" title="Fötus">föten</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwandte_Themen">Verwandte Themen</h2></div>
<ul><li><a href="Buchgeschichte" title="Buchgeschichte">Buchgeschichte</a></li>
<li><a href="Kodikologie" title="Kodikologie">Kodikologie</a> – die Wissenschaft von Handschriften und handgeschriebenen Büchern</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen_zur_Antike">Quellen zur Antike</h2></div>
<ul><li><a href="Horst_Blanck" title="Horst Blanck">Horst Blanck</a>: <i>Das Buch in der Antike.</i> Beck, München 1992, ISBN 3-406-36686-4</li>
<li><a href="Otto_Mazal" title="Otto Mazal">Otto Mazal</a>: <i>Griechisch-römische Antike.</i> Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1999, ISBN 3-201-01716-7 (Geschichte der Buchkultur; Bd. 1)</li>
<li><a href="Severin_Corsten" title="Severin Corsten">Severin Corsten</a>, <a href="Stephan_F%C3%BCssel" title="Stephan Füssel">Stephan Füssel</a> und <a href="G%C3%BCnther_Pflug" title="Günther Pflug">Günther Pflug</a> (Hrsg.): <i>Lexikon des gesamten Buchwesens.</i> Bd. 5. 2., völlig neubearbeitete Auflage. Hiersemann, Stuttgart 1999, ISBN 3-7772-9904-9</li>
<li><a href="Hubert_Cancik" title="Hubert Cancik">Hubert Cancik</a> und <a href="Helmuth_Schneider_(Althistoriker)" title="Helmuth Schneider (Althistoriker)">Helmuth Schneider</a> (Hrsg.): <i>Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike.</i> Bd. 9. Metzler, Stuttgart u. Weimar 2000, ISBN 3-476-01479-7</li>
<li>Helmut Hiller und Stephan Füssel: <i>Wörterbuch des Buches.</i> Sechste, grundlegend überarbeitete Auflage. Klostermann, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-465-03220-9</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Erich Petzet: <i>Die deutschen Pergmanent-Handschriften Nr. 1–200 der Staatsbibliothek in München</i> (= <i>Catalogus codicum manuscriptorum bibliothecae Monacensis.</i> Band V, 1). München 1920.</li>
<li><a href="Dieter_Richter" title="Dieter Richter">Dieter Richter</a>: <i>Die Allegorie der Pergamentbearbeitung. Beziehungen zwischen handwerklichen Vorgängen und der geistlichen Bildersprache des Mittelalters.</i> In: Gundolf Keil, Rainer Rudolf, Wolfram Schmitt, Hans Josef Vermeer (Hrsg.): <i>Fachliteratur des Mittelalters. Festschrift Gerhard Eis.</i> Metzler, Stuttgart 1968, S. 83–92.</li>
<li><a href="Peter_R%C3%BCck" title="Peter Rück">Peter Rück</a> (Hrsg.) [in memoriam Ronald Reed † 23. März 1990]: <i>Pergament. Geschichte – Struktur – Restaurierung – Herstellung.</i> Jan Torbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4202-7 (<i>Historische Hilfswissenschaften</i> 2).</li>
<li>Sylvie Fournier: <i>Brève histoire du parchemin et de l'enluminure.</i> Editions Fragile, Gavaudun 1995, ISBN 2-910685-08-X (<i>Collection Brève Histoire</i>).</li>
<li>Erika Eisenlohr: <i>Die Kunst, Pergament zu machen</i>. In: <a href="Uta_Lindgren" title="Uta Lindgren">Uta Lindgren</a> (Hrsg.): <i>Europäische Technik im Mittelalter. 800 bis 1400. Tradition und Innovation. Ein Handbuch</i>. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1996. S. 419–434, ISBN 3-7861-1748-9</li>
<li>Julia Becker, <a href="Tino_Licht" title="Tino Licht">Tino Licht</a>, <a href="Bernd_Schneidm%C3%BCller" title="Bernd Schneidmüller">Bernd Schneidmüller</a>: <cite style="font-style:italic">Pergament</cite>. In: Michael Ott, <a href="Thomas_Meier_(Arch%C3%A4ologe)" title="Thomas Meier (Archäologe)">Thomas Meier</a> u. Rebecca Sauer (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Materiale Textkulturen. Konzepte – Materialien – Praktiken</cite> (=&nbsp;<cite style="font-style:italic">Materiale Textkulturen</cite>). <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>1</span>. De Gruyter, Berlin / Boston / München 2015, ISBN 978-3-11-037129-1, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>337–347</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pergament&amp;rft.atitle=Pergament&amp;rft.au=Julia+Becker%2C+Tino+Licht%2C+Bernd+Schneidm%C3%BCller&amp;rft.btitle=Materiale+Textkulturen.+Konzepte+-+Materialien+-+Praktiken&amp;rft.date=2015&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783110371291&amp;rft.pages=337-347&amp;rft.place=Berlin+%2F+Boston+%2F+M%C3%BCnchen&amp;rft.pub=De+Gruyter&amp;rft.series=Materiale+Textkulturen&amp;rft.volume=1" style="display:none">&nbsp;</span> im <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.degruyter.com/view/books/9783110371291/9783110371291.337/9783110371291.337.xml">Open Access</a></li>
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<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Pergament" class="extiw external" title="q:Pergament">Wikiquote: Pergament</a></b>&nbsp;– Zitate </div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Pergament" class="extiw external" title="wikt:Pergament">Wiktionary: Pergament</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
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<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.pergament-trommelfell.de/produkte_pergament.html">Pergamentsorten: Daten und Bilder</a> Seite des Herstellers Altenburger Pergament &amp; Trommelfell GmbH</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fußnoten"><span id="Fu.C3.9Fnoten"></span>Fußnoten</h2></div>
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4173751-9">4173751-9</a></span> </div>
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